Vorfahrt für das Stammhirn



Details:

  • Zielgruppe der Fortbildung: Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Psychologen, Psychotherapeuten, Erzieher, Heilpädagogen und Heilerziehungspfleger, Pflege- und Adoptiveltern, weitere Interessierte nach Vorabsprache
  • Teilnehmerzahl: max. 20 Personen
  • Ort: Krögis, Seminarzentrum "Gut Frohberg"
  • Beginn: 02.–04.05.2018
  • Dauer: 8 Module á 3 Tage (über 15 Monate)
  • Ausbildungsleiterin: Kerstin Flechsig-Balster (Co-Referenten: Andreas Rothe, Dr. Burkhard Flechsig)
  • Abschluss: Zertifizierung als Traumapädagogin bzw.Traumapädagoge (durch Fachverband Traumapädagogik e. V. sowie die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie DeGPT)

Die komplette Ausschreibung können Sie per Post oder E-Mail bei uns anfordern. Über unser Anmeldeformular können Sie sich direkt anmelden.

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Fortbildung zur Traumapädagogin / zum Traumapädagoge

In Helferberufen begegnen uns Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die auf Anforderungen in Schule, Beruf und Alltag teilweise völlig unangemessen reagieren. Sie verhalten sich aggressiv, impulsiv und haben ihr emotionales Erleben und die Reaktionen darauf nicht mehr unter Kontrolle. Oder aber, sie ziehen sich zurück, wirken wie abwesend, schauen mit leerem Blick und sind kaum erreichbar. Helfer geraten dann oftmals mit den herkömmlichen Methoden der Pädagogik und Beratung an ihre Grenzen.

Der Bereich der Traumapädagogik setzt genau dort an und vermittelt Kenntnisse und aktuelle Forschungsergebnisse unter anderem aus den Bereichen der Psychotraumatologie und der Gehirn- und Bindungsforschung.

SozioKonzept® erweitert diese Grundlagen um das Verständnis der körperlichen Dynamiken von Trauma und macht sich dafür die traumatherapeutischen Konzepte von Dr. Peter A. Levine (Somatic Experiencing – SE®), Dr. Larry Heller (Neuroaffektives Relationales Modell – NARM™). Dr. Dr. Raja Selvam (Integrale Somatische Psychotherapie – ISP™) und Prof. Dr. Luise Reddemann (Psychoimaginative Traumatherapie – PITT®) zu Nutze.

Unser Ausbildungscurriculum basiert dabei gleichzeitig auf jahrelangen, praktischen Erfahrungen in der therapeutischen Arbeit mit traumatisierten Menschen in eigener Praxis und in Jugendhilfeeinrichtungen sowie im Fortbildungsbereich Traumapädagogik.

Zur Spezifik unseres Ansatzes:

  • "Das Trauma sitzt im Körper, nicht im Ereignis." (Dr. Peter A. Levine)
    Sowohl bei Schock- als auch bei Entwicklungstraumen erleben wir intensive, lebensbedrohliche Angst. Diese kann nicht durch aktives Handeln (Flucht oder Kampf) bewältigt werden und überfordert damit die Selbstregulationsfähigkeit unseres autonomen Nervensystems. Diese Angst wird daher im Dienste des biologischen Überlebens an eine automatisierte Erstarrungsreaktion (Totstellreflex oder Dissoziation) gekoppelt. Dabei spaltet sich unser Körper von Gefühl und Denken ab. Diese Fragmentierung löst sich jedoch nicht automatisch nach Verschwinden der Ursprungsgefahr wieder auf, sondern bleibt im Körpergedächtnis als neuronale Verknüpfung verankert. Je häufiger und massiver diese Verschaltung im Weiteren aktiviert wird, umso überwältigter, handlungsunfähiger und ausgelieferter erlebt sich der Mensch und umso weniger braucht es an Reizen, um in ihm erneut diese Erlebnismuster zu erzeugen.
  • Ich und mein Verhalten sind gesund, meine Erfahrungen nicht
    Wir sind der Überzeugung, dass das Verhalten sogenannter schwieriger Kinder und Jugendlicher, aber auch Erwachsener, vor diesem Hintergrund als individuell adäquate Reaktion verstehbar wird. Im Bestreben, aus der angstgekoppelten Erstarrung zu entfliehen und die Geschehnisse endlich wieder aktiv beeinflussen zu können (Selbstwirksamkeit) als sie erneut passiv zu ertragen (Hilflosigkeit, Ohnmacht, Ausgeliefertsein), entwickeln sich Flucht- und Kampfmechanismen, die im Hier und Jetzt unangemessen wirken und nicht selten erneut Überwältigungserfahrungen zur Folge haben und damit Retraumatisierung hervorrufen.
  • Wir wollen nicht nur verständlich, sondern im Erleben nachvollziehbar machen
    Das Besondere an unserem Fortbildungsangebot ist dabei, dass wir uns nicht auf das rein kognitive Verstehen beschränken, sondern viel Wert darauf legen, mit physiologischen und emotionalen Reaktionen und Dynamiken im eigenen Gewahrsein in Kontakt zu kommen. Wir wollen Sie nicht nur zu „rationalen Denkverstehern“, sondern zu „ganzheitlichen Nachempfindern“ ausbilden. Dabei hilft uns, neben der fachlichen Qualifikation und praktischen Erfahrung, die jahrelange Auseinandersetzung mit traumainduzierten Anteilen in unserem eigenen Erleben.
  • Und immer wieder die Frage: Was nützt uns das konkret für unseren pädagogischen Alltag?
    Wir achten sehr darauf, dass alle Lernerfahrungen regelmäßig auf Ihre Nützlichkeit für den professionellen Hintergrund der Teilnehmer(innen) befragt werden. Dabei findet der individuelle Handlungskontext durchgängig Berücksichtigung.

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